Gehörschutztest für Lokführer

RaLa-GS: Hörtest mit Gehörschutz zur Überprüfung des Warnsignalhörens für Lokführer

Die Wahrnehmbarkeit von Warnsignalen kann durch das Tragen von Gehörschutz beeinträchtigt werden, dies stellt im Eisenbahnbetrieb ein hohes Unfallrisiko dar. Andererseits ist bei Überschreitung eines Lärmexpositionspegels LEX = 85 dB(A) die Benutzung von Gehörschutz gesetzlich vorgeschrieben. Damit diese gegensätzlichen Anforderungen erfüllt werden können, dürfen im Eisenbahnbetrieb grundsätzlich nur Gehörschutzmittel mit "Kennzeichen E" verwendet werden, die in der sogenannten "Positivliste Eisenbahnbetrieb" des Instituts für Arbeitssicherheit (IFA) gelistet sind. Vor dem tatsächlichen Einsatz des entsprechend vorausgewählten Gehörschutzes muss zusätzlich bei jedem betroffenen Mitarbeiter ein individueller Hörtest erfolgen, um mögliche Verschlechterungen der Wahrnehmung von Warnsignalen durch den Gehörschutz ausschließen zu können.

Diese individuelle Hörprobe ist in der Fachinformation BGI/GUV-I 5147 "Lärmschutzmaßnahmen für Triebfahrzeugführer und Lokrangierführer" beschrieben. Als Alternative zur individuellen Prüfung im Praxis-Test mit zwei Triebfahrzeugen wurde das Verfahren RaLa-GS (Rangierlärm-Gehörschutz-Test) erarbeitet, mit dem eine zeit- und kostensparende Hörprobe im Büro durchgeführt werden kann. Das von Müller-BBM entwickelte Verfahren reproduziert die akustische Situation im Gleisbereich und vergleicht die Wahrnehmung von Warnsignalen mit und ohne Gehörschutz.

Bei der Prüfung mit RaLa-GS werden dem Probanden Warnsignale und Störgeräusche über zwei Lautsprecher dargeboten. Das Abhören im Nahfeld der Lautsprecher ermöglicht die Durchführung der Prüfung in einem normalen Büroraum, der keine speziellen akustischen Kriterien erfüllen muss. Die Warnsignale und Störgeräusche werden beidohrig abgehört, zusammen mit einem stereophonen Aufnahmeverfahren für die Warnsignale und Störgeräusche lässt dies eine räumliche und damit realitätsgetreue Wiedergabe und Beurteilung durch die Probanden zu. Auch das Tragen des Gehörschutzes beim RaLa-GS-Test entspricht vollständig der realen Situation.

Die RaLa-GS - Software steuert die Signaldarbietung, die Kommunikation zwischen dem Probanden und dem Versuchsleiter sowie die Speicherung und Auswertung der Probandenantworten.

Der Pegel der Warnsignale wird durch RaLa-GS adaptiv variiert, während das jeweilige Störgeräusch mit dem tatsächlichen Schallpegel wiedergegeben wird und in der Lautstärke unverändert bleibt. Das Störgeräusch wird in zwei aufeinander folgenden Intervallen dargeboten, das Warnsignal wird zufallsgesteuert im ersten oder im zweiten Intervall zugespielt (sog. AFC-Verfahren).

RaLa-GS führt eine Plausibilitätsprüfung der gespeicherten Probandenantworten durch und ermittelt die Mithörschwelle der Warnsignale mit und ohne Gehörschutz aus dem Pegelverlauf der entsprechenden Versuchsdurchläufe.

Der zeitliche und organisatorische Aufwand ist mit RaLa-GS gegenüber der Hörprobe im Praxis-Test erheblich verringert. Neben zwei Hauptszenarien für die Routineprüfung mit Lokrangierführern bzw. Triebfahrzeugführern besteht die Möglichkeit, individuelle Prüfszenarien durch Auswahl von hinterlegten Warn- und Störsignalen zu definieren. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, weitere Warn- und Störsignale einzuspeisen und die Prüfaufgaben zum Themenkreis Warnsignale anzupassen.

Das Prüfsystem RaLa-GS setzt sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Laptop-Computer
  • Zwei Nahfeld-Monitorlautsprecher
  • Probanden-Antwortgerät
  • Prüfsoftware RaLa-GS inkl. Fernwartungstools und Virenschutz

Die Erst-Installation, akustische Funktionskontrolle und Einweisung in das System erfolgt durch einen unserer Mitarbeiter bei Ihnen vor Ort.

Auf Ihre individuellen Anforderungen und Fragen gehen wir selbstverständlich gerne ein.

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