Architektonisch-akustisches Raumkonzept im neuen Kammermusiksaal des Wort & Bild Verlagsgebäudes

Architektonisch-akustisches Raumkonzept im neuen Kammermusiksaal des Wort & Bild Verlagsgebäudes

Eröffnung des Irenensaals am Isarhochufer in Baierbrunn

Als großer Kunst- und Musikliebhaber hat Rolf Becker, Gründer des Wort & Bild Verlages und Herausgeber der Apotheken Umschau, seinen eigenen Kammermusiksaal geplant. Die bisher in seiner Villa in Baierbrunn aufgeführten Konzerte werden nun einen professionellen Saal bekommen.

Leider konnte Herr Becker die Verwirklichung seines großen Traumes nur in der Bauphase erleben, die Fertigstellung und Eröffnung des Kammermusiksaales am 5. Juni 2018 erfolgte erst nach seinem Tod.

© Müller-BBM | Innenansicht des Irenensaales mit amphitheaterartiger Zuschaueranordnung, Blick von der Terrasse in den Saal.

Die Architekten Baumstark und Bielmeier aus München haben im neuen Verlagsgebäude ein Juwel geschaffen. Der Rechteckraum mit fester amphitheaterartiger Zuschaueranordnung und einem Volumen von knapp 2000 m³ bietet 181 Sitzplätze mit sehr guter Sicht zu den Musikern. Die ebene Podienfläche befindet sich unmittelbar vor einer großzügigen Verglasung, die den Blick in den weitläufigen Garten freigibt.

In enger Zusammenarbeit zwischen den Architekten und den Akustikern von Müller-BBM wurde ein harmonisches architektonisch-akustisches Raumkonzept entwickelt.

So bilden akustisch transparente Verkleidungen aus Holzlamellen den Abschluss im Wand- als auch Deckenbereich zwischen den dominierenden Betonrippen. Hinter diesen Lamellen liegen – unsichtbar für den Besucher – die wesentlichen akustischen Elemente zur Schalllenkung und zur variablen Schallabsorption. Die Nachhallzeiten lassen sich, ohne das architektonische Erscheinungsbild zu ändern, um 0,5 Sekunden verkürzen, sodass gleichermaßen ideale akustische Verhältnisse für Kammerkonzerte und Sprachveranstaltungen eingestellt werden können.

© Müller-BBM | Innenansicht des Irenensaales mit Verkleidungen aus Holzlamellen an der Decke und den Wänden.

Die verschiedenen akustischen Elemente schaffen ein ausgewogenes Schallfeld bei Zuhörern und Musikern und sind maßgeblich für die sehr hohe akustische Qualität im Irenensaal.

Das Eröffnungskonzert war mit Musikern wie Gidon Kremer, Violine, Giedre Dirvanauskaite, Violoncello, Anna Gourari und Georgijs Osokins, beide Klavier, auf höchstem internationalem Niveau besetzt.

Sowohl die Musiker als auch das sehr sachkundige Publikum waren überwältigt von der klanglichen Qualität. Die Leichtigkeit und Freude beim Spielen wurden von der Pianistin hervorgehoben. Gidon Kremer überlegte spontan, seine nächsten Tonaufnahmen in diesem Saal zu machen – eine einzigartige Auszeichnung für den neuen Kammermusiksaal.

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